Forschungs- und Innovationsprojekt
Ernährungsverhalten in Bayern und seine Folgekosten – gemeinsam forschen, wirksam handeln!

Ein Apfel und ein Maßband vor einer Waage

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Die Mehrbelastung des Gesundheitssystems und ein mögliches Einsparpotenzial durch eine verbesserte Ernährungsweise werden anhand aktueller Daten untersucht. Zudem werden Risiken identifiziert, die das Ernährungsverhalten und somit die Entstehung ernährungsmitbedingter Erkrankungen beeinflussen. Gleichzeitig werden neuartige, implizite Ansätze zur Verhaltensprävention in einem Modellprojekt getestet.

Ziele des Projekts

Das Projekt hat drei primäre Ziele:

  • Die Identifizierung ursächlicher Einflussfaktoren auf gesundheitsförderndes Ernährungsverhalten,
  • die Ermittlung der Folgekosten, die mit ernährungsmitbedingten Erkrankungen verbunden sind, einschließlich ihres Einsparpotenzials durch den Einsatz wirksamer präventiver Maßnahmen in Bayern, sowie
  • die Erstellung praxisnaher Handlungsleitlinien für die Gemeinschaftsverpflegung.

Methode des Projekts

Die Umsetzung des Projekts erfolgt über drei Arbeitspakete (AP):
AP 1: Folgekostenbewertung ernährungsbedingter Erkrankungen und Einsparpotenzial durch verbessertes Ernährungsverhalten
In diesem Arbeitspaket sollen Zusammenhänge zwischen Ernährung und ernährungsmitbedingten Erkrankungen, insbesondere Diabetes oder Adipositas, und der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und deren Kosten sowie Auswirkungen auf Produktivitätsverluste untersucht werden. Als Datengrundlage dienen Daten der KORA Plattform des Helmholtz Zentrum München, der Geburtskohorten GINIplu und LISAplus sowie Routinedaten der Techniker Krankenkasse.
AP 2: Identifikation von Ernährungsrisiken und -kontexten
Übergeordnetes Ziel dieses Teilprojekts ist die Beantwortung der Frage, ob man tatsächlich ist, was man isst. Dafür sollen die vorrangigen sozialen Prädiktoren für gesundheitsförderndes Ernährungsverhalten mittels des verhaltens- und neuroökonomisch fundierten humanökologischen "Triple-A"-Modells identifiziert werden. Als Datengrundlage dienen die beiden umfassend konzeptionierten sozial-epidemiologischen Befragungs- und Untersuchungsstudien des Gesundheitsmonitorings des Robert Koch-Instituts für Kinder und Jugendliche (KiGGS 0 und KiGGS 1) sowie für Erwachsene (BGS 98 und DEGS1).
AP 3: Smarter Lunchrooms im GV-Praxistest in Bayern
In einem bereits abgeschlossenen Modellprojekt wurden wirkungsvolle Maßnahmen zur Steigerung eines gesundheitsfördernden Ernährungsverhaltens in der Gemeinschaftsverpflegung identifiziert, was dem Aufbau von Strukturen für Präventions-/Gesundheitsförderungsmaßnahmen im Setting unter Berücksichtigung trägerübergreifender Rahmenempfehlungen dienen soll. Das Ganze wurde unter den Stichworten Smarter Lunchrooms, Nudging und Choice Architecture durchgeführt.

Smarter Lunchrooms – fördern simple Maßnahmen ein günstiges Essverhalten?

Ergebnisse des Projekts

Die Arbeitspakete sind erfolgreich gestartet und zum Teil bereits abgeschlossen. AP 1 hat erste Daten der KORA- und GINI-LISA-Studien ausgewertet und bearbeitet Sekundärdaten der Techniker Krankenkasse für die Kostenanalysen. AP 2 hat die Kooperation mit dem Robert-Koch-Institut aufgenommen und die KiGGS-Daten beantragt. Für AP 3 konnten zwei Mensen für das Vorhaben gewonnen werden, Datenerhebung und Maßnahmeneinführung wurden bereits umgesetzt.

Im Rahmen des Projekts wurden insgesamt drei Broschüren mit praktischen Handlungsempfehlungen für Betriebe, Schulmensen und Hochschulmensen entwickelt, die unter folgendem Link zum kostenlosen Download bereitstehen.

Smarter-Lunchroom-Broschüren: "Impulse für die Essenswahl“ und "Handlungsempfehlungen für die (Hoch-)Schulmensa""

Projektinformation
Projektleitung: Dr. Inga Schlecht
Laufzeit: 01.01.2016–31.12.2018
Finanzierung: Techniker Krankenkasse, StMELF, KErn HH
Projektpartner: Helmholtz Zentrum München, Universität Bern, Hochschule Albstadt-Sigmaringen, Robert Koch-Institut, Techniker Krankenkasse, StMELF
Förderkennzeichen/Fördernummer: A/15/32