Von großen Küchen und seltenem Gemüse - KErn Newsletter 06/26

Zahl des Monats Juni 2026_Gemeinschaftsverpflegung

Quelle: BMLEH 2025

Liebe Leserinnen und Leser,
16 Millionen Menschen essen Schätzungen zufolge täglich in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung – von der Kita über die Schule bis zur Betriebskantine und dem Seniorenheim. Damit prägt die Gemeinschaftsverpflegung die Ernährungsgewohnheiten vieler Menschen und bietet großes Potenzial für mehr Gesundheit und Nachhaltigkeit. Deshalb steht dieses Thema im Mittelpunkt unserer aktuellen Ausgabe: Unterstützen Sie unsere Studie zu Bio- und Regionalprodukten in Bayerns Gemeinschaftsverpflegung und helfen Sie mit, wertvolle Daten für die Zukunft zu gewinnen.

Darüber hinaus erwarten Sie spannende Einblicke in erfolgreiche Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung, neue wissenschaftliche Erkenntnisse rund um Ernährung und Kaufverhalten, das aktuelle LfL-Magazin "Milch und Fleisch von Wiesen und Weiden" sowie unsere Veranstaltungstipps. Außerdem stellen wir Ihnen mit dem Sennfelder Stiel eine besondere Gemüserarität aus Unterfranken vor, die mit ihrem milden Geschmack und ihrer langen Tradition begeistert.

Viel Freude beim Entdecken der Themen und eine anregende Lektüre!
Ihre KErn-Redaktion

Sie haben Lob, Kritik, Anregungen oder Fragen zu unserem Newsletter? Dann freuen wir uns auf Ihre Nachricht unter: Redaktion@KErn.bayern.de

Forschung & Praxis – Neuigkeiten aus dem KErn

Gemeinschaftsverpflegung im Fokus
Jetzt an der Studie teilnehmen und Gemeinschaftsverpflegung sichtbar machen

Essensausgabe in der Gemeinschaftsverpflegung

© KErn/Kerstin Haack

Wie viel Bio und Regionalität steckt bereits in Bayerns Gemeinschaftsverpflegung? Genau das untersucht das Forschungsprojekt SGV Bayern. Mit einer bayernweiten Erhebung werden erstmals belastbare Daten zum Einsatz ökologisch und regional erzeugter Lebensmittel sowie zu den Strukturen der Gemeinschaftsverpflegung gesammelt.
Ob selbst gekocht oder beliefert – alle bayerischen Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung, Caterer und Lieferanten sind eingeladen, an der Online-Umfrage teilzunehmen. Die Befragung läuft nur noch wenige Wochen.
Machen Sie mit – Ihre Stimme zählt! Als Dankeschön verlosen wir attraktive Preise. 

An Umfrage teilnehmen Externer Link

Hier geht’s zur Lieferantenbefragung Externer Link

Retter-Packerl begeistert bei Veranstaltungen in ganz Bayern
Beste-Reste-Boxen setzen starkes Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung

Fingerfood auf einem Tisch, davor Papp-Boxen, um übrig gebliebenes Essen einzupacken.

© LRA Oberallgäu

Das Retter-Packerl des KErn erwies sich im Herbst 2025 als voller Erfolg: Bayerische Institutionen und Organisationen nutzten die Beste-Reste-Boxen, um Buffetreste unkompliziert mitzugeben und gleichzeitig für Lebensmittelrettung zu sensibilisieren. Besonders Kommunen und Kitas setzten die Boxen bei Festen, Workshops und Netzwerktreffen erfolgreich ein – mit durchweg positiver Resonanz der Gäste. Viele der befragten Akteure möchten ihre Veranstaltungen künftig noch nachhaltiger gestalten, etwa durch bessere Mengenplanung und die dauerhafte Bereitstellung von Mitnahmebehältnissen. 

Mehr Infos finden zu den Retter-Packerl Sie hier

Neue Auswertung der 3. Bayerischen Ernährungsstudie
Ist gesund essen auch nachhaltig?

Cover einer Auswertung zur 3. Bayerischen Ernährungsstudie

© KErn/Tobias Bunzel

Wer sich gesund ernährt, tut automatisch etwas für die Umwelt – oder doch nicht? Eine aktuelle Auswertung der 3. Bayerischen Ernährungsstudie zeigt: Gesundheitliche und ökologische Aspekte der Ernährung überschneiden sich zwar, gehen aber nicht immer Hand in Hand.
Das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) hat die Studie gemeinsam mit der Universität Augsburg, der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und der Technischen Universität München (TUM) durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass Ernährungsweisen nach dem Vorbild der „Planetary Health Diet“ tendenziell weniger Treibhausgasemissionen verursachen und weniger Fläche benötigen. Gleichzeitig ist eine gesunde Ernährung nicht automatisch in allen Bereichen umweltfreundlicher. So kann beispielsweise ein hoher Obst- und Gemüsekonsum mit einem höheren Wasserverbrauch verbunden sein.

Nachhaltige Ernährung ist somit komplexer, als es auf den ersten Blick scheint – und erfordert einen differenzierten Blick auf Gesundheit und Umwelt. 

Zur Studie Externer Link

LfL-Magazin 2026
Milch und Fleisch von Wiesen und Weiden

LfL Magazin 2026_Milch und Fleisch von Wiesen und Weiden_Deckblatt_Cover

© LfL/Birgit Gleixner

Wie können Wiesen und Weiden dazu beitragen, die Ernährung von Menschen nachhaltig zu sichern? Die LfL erforscht, wie sich die vielfältigen Leistungen des Grünlands für eine zukunftsfähige Landwirtschaft, für den Klimaschutz und auch für die Artenvielfalt langfristig stärken lassen. Das Magazin zeigt, wie mit neuen Ansätzen in der Sortenentwicklung, aktuellen landtechnischen Entwicklungen, einer verbesserten Futterproduktion und einer professionellen Weidewirtschaft Lösungen für eine nachhaltige Milch- und Fleischerzeugung entstehen. 

Im Magazin stöbern Externer Link



Ernährung & Verbraucher

Neue Honigkennzeichnung sorgt für mehr Transparenz
Ab Juni 2026 müssen Herkunftsländer bei Mischhonigen klar ausgewiesen werden

Drei Honiggläser auf einem Tisch

© LWG/Ingrid Illies

Ab dem 14. Juni 2026 müssen bei Mischhonigen alle Herkunftsländer mit ihrem jeweiligen Gewichtsanteil gut sichtbar auf dem Etikett angegeben werden – ungenaue Sammelangaben wie „EU-/Nicht-EU-Länder“ entfallen. Damit erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher mehr Transparenz über die Herkunft ihres Honigs, während Imkereien und regionale Produkte gestärkt werden.
 

Weitere Informationen zu den neuen Regelungen finden Sie auf der Website des Deutschen Imkerbundes e.V. Externer Link

Neue Studie veröffentlicht
Farbige Nutri-Score-Labels beeinflussen Blickverhalten und Kaufentscheidungen

Regal mit verschiedenen Fertigprodukten, die nach ihren Nutri Score beurteilt werden sollen

© Universität Göttingen/Isabelle Weiß

Eine neue Eye-Tracking-Studie an der Fakultät für Agrarwissenschaften der Universität Göttingen zeigt, dass farbige Nutri-Score-Kennzeichnungen im Supermarkt deutlich stärker wahrgenommen werden als graue Varianten. Besonders häufige und lange Blicke auf die Labels gingen oft mit der Wahl des jeweiligen Produkts einher. Die Forschenden empfehlen daher, Nutri-Score-Labels in Ampelfarben nicht nur auf Verpackungen, sondern auch auf Preisschildern einzusetzen. 

Originalveröffentlichung: Weiß, I., Teuber, R., Enneking, U., Kircher, C., Mehlhose, C. Polychrome versus monochrome Nutri-Score shelf labels: An eye-tracking study of consumer attention and choice. Food Quality and Preference (2026). Externer Link

Wissenschaft im Fokus
Warum der Jo-Jo-Effekt nicht einfach „mangelnde Disziplin“ ist

Zwei Füße stehen auf einer Waage, auf der SOS steht. Darum verteilt liegt Papier von Schokolade, leere Dosen und Flaschen.

© Fotolia/Viperagp

Viele Menschen kennen das Problem: Nach einer erfolgreichen Gewichtsabnahme kehren alte Gewohnheiten zurück und das Gewicht steigt wieder. Zwei aktuelle Facharbeiten zeigen nun, dass dahinter oft Stress, Schlafmangel, feste Routinen und ein dauerhaftes Überangebot an Essen stecken – nicht fehlendes Wissen über gesunde Ernährung. Gleichzeitig gibt es bislang keinen überzeugenden Nachweis dafür, dass das wiederholte Ab- und Zunehmen den Stoffwechsel direkt schädigt. Entscheidend sei deshalb nicht, weniger Abnehmversuche zu unternehmen, sondern Menschen langfristig mit alltagstauglichen Routinen und Rückfallvorsorge zu unterstützen. 

Originalveröffentlichung: Magkos, F. and Stefan, N. (2026) Is weight cycling clinically harmful? The Lancet Diabetes & Endocrinology. Externer Link

Originalveröffentlichung: Berg, D., Krause, M., Schaeffer, E. and Hermann, G. (2026) Understanding Lifestyle Dissonance. European Journal of Neurology, 33. Externer Link



Veranstaltungstipps

Gemeinsam feiern in Oberbayern
100 Jahre Hopfenforschung: Tag der offenen Tür am 21. Juni in Hüll

eine Gruppe von Menschen besucht Stände von Ausstellern und Essensanbietern, daneben ist ein gläsernes Gewächshaus zu sehen.

© GfH

Für die Brauwirtschaft ist Hopfen ein unverzichtbarer Bestandteil der Bierherstellung. Damit dafür Hopfen in der notwendigen Qualität produziert werden kann, wird in der Hallertau seit nunmehr 100 Jahren geforscht. Dieses Jubiläum feiern die Gesellschaft für Hopfenforschung (GfH) und die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) am 21. Juni am Hopfenforschungszentrum in Hüll mit einem großen Tag der offenen Tür. Ein spannendes und umfangreiches Programm erwartet die Gäste. 

Programm entdecken Externer Link

Online-Infoveranstaltung am 22. Juni
Gemeinsam statt einsam: Gute Mittagstische neu gedacht

Gezeichnete Senioren sitzen gemeinsam an einem Tisch und essen

© KErn, Visual Facilitators GmbH, assoziiertes Teammitglied Mareikje Vogler

Diese Online-Infoveranstaltung richtet sich an Fachkräfte, Ehrenamtliche, Kommunalvertreterinnen und -vertreter sowie alle, die einen offenen Mittagstisch oder Essen auf Rädern planen oder bereits betreiben. Wir geben Tipps zur Einführung, Ausweitung und Optimierung, präsentieren praktische Beispiele und bieten Raum für Fragen und Austausch. 

Weitere Informationen Externer Link

Hier anmelden Externer Link

"Tag der Bauernhofgastronomie" am 24. Juni
Genuss, Innovation und Austausch im ländlichen Raum

Tag der Bauernhofgastronomie_Brotzeit_Gasthaus_(c) Angelika Warmuth

© StMELF / Angelika Warmuth

Erleben Sie am 24. Juni 2026 den ersten „Tag der Bauernhofgastronomie“ in Neufahrn bei Freising und entdecken Sie aktuelle Trends rund um regionale, nachhaltige und innovative Gastronomiekonzepte. Freuen Sie sich auf spannende Impulse zu Themen wie Künstliche Intelligenz, Hofübergabe und die Präsentation regionaler Produkte, ebenso auf Austausch und Vernetzung mit Fachleuten. Nutzen Sie die Gelegenheit, neue Ideen für Ihren Betrieb zu gewinnen und erfolgreiche Praxisbeispiele kennenzulernen. 

Weitere Informationen und Anmeldung Externer Link

Münchner Wissenschaftstage vom 17.-19. Juli
Forschen, entdecken, Zukunft erleben – bei der MINT-Mitmachmesse FORSCHA

Münchner Wissenschaftstage 2026_Kind mit VR Brille

© i!bk/Blessing

Vom 17. bis 19. Juli 2026 laden die Münchner Wissenschaftstage mit der MINT-Mitmachmesse FORSCHA bei freiem Eintritt ins und rund um das FORUM Schwanthalerhöhe zu spannenden Entdeckungen in den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Nachhaltigkeit und Zukunftstechnologien ein. Besucherinnen und Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit Experimentierstationen, Workshops, Science-Shows und besonderen Highlights wie dem SPACEBUZZ ONE, der virtuelle Weltraummissionen ermöglicht. Die Veranstaltung richtet sich an Neugierige jeden Alters: Familien, Kinder und Jugendliche, Schulklassen und alle, die MINT-Themen hautnah erleben möchten. 

Weitere Informationen und Programm Externer Link

Save the date
Bayerischer Schulverpflegungskongress findet am 23. September in Nürnberg statt

Kinder in der Kita und Schule beim Essen

© StMELF/Tobias Hase und Getty Images

Wie kann Schulverpflegung gesund, nachhaltig und attraktiv gestaltet werden? Der Kongress Schulverpflegung 2026 bringt Entscheidungsträger und Akteure aus Schule, Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Praxis zusammen. Im Fokus stehen bewährte Praxisbeispiele, aktuelle Erkenntnisse und konkrete Lösungsansätze für eine zeitgemäße Schulverpflegung in Bayern. Dabei geht es insbesondere darum, wie Verpflegung im Schulalltag zuverlässig umgesetzt werden kann. Ziel ist es, Erfolgsfaktoren sichtbar zu machen und übertragbare Modelle aus der Praxis vorzustellen.
Der Bayerische Schulverpflegungskongress findet am 23.09.2026 in der Jugendherberge Nürnberg und parallel digital statt. Die Teilnahme vor Ort beträgt 30,00 €, der Livestream ist kostenfrei zugänglich. 

Über die Anmeldemöglichkeiten informieren wir Sie rechtzeitig auf unserer Homepage Externer Link



Stellenausschreibungen

Offene Stellen in Freising
Ernährungswissenschaftlerin / Ernährungswissenschaftler (m/w/d) für die Koordination Zielgruppe Gemeinschaftsverpflegung

Zwei Mitarbeitende sitzen am Schreibtisch und sehen auf einen Monitor

© StMELF/Tobias Hase

Am Standort Freising ist ab dem nächstmöglichen Zeitpunkt eine Stelle als Ernährungswissenschaftlerin / Ernährungswissenschaftler (m/w/d) für die Koordination Zielgruppe Gemeinschaftsverpflegung Teilzeit mit 50 %, befristet bis 15.10.2029 zu besetzen. 

Jetzt bewerben Externer Link




Spezialität des Monats Juni

Eine Rarität aus Unterfranken
Der Sennfelder Stiel

Grafik_Gemüse des Monats_Rarität_Spezialität_Sennfelder Stiel

© KErn/GenussErbe

Der Sennfelder Stiel ist eine über 100 Jahre alte Mangoldrarität aus Unterfranken, die heute nur noch von drei Gemüsebetrieben erhalten und angebaut wird. Sein breiter, knackiger Stiel und die zarten Blätter überzeugen durch einen milden, leicht süßlichen Geschmack und vielseitige Verwendungsmöglichkeiten in der Küche.

Ähnlich wie Mangold liefert auch der Sennfelder Stiel wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Von Juni bis Oktober bereichert das regionale Freilandgemüse Suppen, Pfannengerichte, Aufläufe oder Salate mit seinem besonderen Aroma. 

Weitere bayerische Spezialitäten entdecken Externer Link