Forschungsprojekt
SGV Bayern: Strukturanalyse und Praxisempfehlungen für mehr ‚Bio‘ und ‚Regio‘ in der bayerischen Gemeinschaftsverpflegung

Hochschule Fulda/Nicolas Heinisch, Johannes Rupel
Am 13.01.2020 wurde im Ministerrat beschlossen, bis 2025 mindestens 50 Prozent regionale oder ökologische Waren in Bayerns staatlichen Kantinen einzusetzen. Der Zukunftsvertrag Landwirtschaft vom 11. September 2023 und der aktuelle Koalitionsvertrag bekräftigen das Ziel des Ministerratsbeschlusses. Die staatlichen Kantinen nehmen hierbei eine Vorreiterrolle ein und sollen eine Sogwirkung auf alle anderen Verpflegungseinrichtungen erzielen.
Das Forschungsprojekt SGV Bayern setzt hier an und hat zum Ziel aktuelle und belastbare Daten für den gesamten Markt der bayerischen Gemeinschaftsverpflegung zu erheben und so den Status quo in Bayern aufzuzeigen. Die Anteile ökologisch und/oder regional erzeugter Lebensmittelsollen erstmals bayernweit mithilfe von Einkaufsanalysen ermittelt werden. Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens sollen politische Akteure dabei unterstützen, den Einsatz ökologisch und regional erzeugter Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung noch gezielter zu fördern und auszubauen.
Projektinformation
Das Projekt erfasst den Status quo der bayerischen Gemeinschaftsverpflegung und nimmt dabei insbesondere den Einsatz ökologisch und/oder regional erzeugter Lebensmittel in den Blick. Die Status-quo-Analyse gliedert sich in zwei methodische Teile: In einem ersten Schritt werden anhand einer umfassenden Online-Befragung zunächst allgemeine Strukturdaten sowie wirtschaftliche Kennzahlen der bayerischen Gemeinschaftsverpflegung erhoben. Anschließend erfolgt in einigen Einrichtungen u. a. eine detaillierte Analyse der eingesetzten Lebensmittelqualitäten (konventionelle, ökologisch erzeugte, regionale und bio-regionale Ware) bei bestimmten Produktkategorien anhand von Einkaufstagebüchern.
Die quantitativen Strukturdaten werden durch qualitative Informationen hinsichtlich potenzieller Erfolgsfaktoren, Hindernisse und Herausforderungen für den Einsatz von ökologisch und regional erzeugten Produkten ergänzt. Hierfür werden Interviews mit relevanten Akteuren der Wertschöpfungsketten von Best-Practice-Beispielen in Bayern durchgeführt. Die Ergebnisse der Interviews geben in Kombination mit den quantitativen Daten zum Status quo der bayerischen Gemeinschaftsverpflegung Hinweise, wie der Einsatz ökologisch und regional erzeugter Lebensmittel in der bayerischen Gemeinschaftsverpflegung von staatlicher Seite weiter unterstützt und ausgebaut werden kann.
Das Projekt ist vom Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus gefördert und wird vom Kompetenzzentrum für Ernährung geleitet sowie in Kooperation mit der Hochschule Fulda und dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) durchgeführt.
Projektinformation
Projektkoordination: Melanie Senger
Laufzeit: 01.01.2024 – 31.12.2027
Gefördert durch: StMELF
Förderkennzeichen: A/24/21