Forschungsprojekt
Was isst Bayern? - 3. Bayerische Ernährungsstudie

Logo dritte Bayerische Ernährungsstudie

„Wia ess ma mia?“ Diese Frage steht im Mittelpunkt der dritten repräsentativen Ernährungsstudie in Bayern, deren Feldphase voraussichtlich im Herbst 2020 startet. Fast 20 Jahre nach der letzten Erhebung erfasst das Forschungsteam um Prof. Dr. Jakob Linseisen von der Ludwig-Maximilians-Universität, Prof. Dr. Kurt Gedrich von der Technischen Universität München und dem KErn aktuelle Daten zum Ernährungsverhalten und dem Gesundheitsstatus der bayerischen Bevölkerung. Dabei gehen sie unter anderem den Fragen „Was isst Bayern“, „Wie viel isst Bayern“, „Wo isst Bayern“ oder „Wie gesund und nachhaltig is(s)t Bayern“ auf den Grund. Erste Ergebnisse sind 2022 zu erwarten.



National repräsentative Ernährungserhebungen zeigen Ernährungsmuster und das Verzehrsverhalten der Bevölkerung auf und sind so wertvolle Grundlagen für ernährungspolitische Entscheidungen. Eine gesundheitsförderliche Ernährung für alle Bürgerinnen und Bürger in Bayern zählt zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen, die das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten annimmt und daher die aktuelle Erhebung in Auftrag gegeben hat. Die Daten der letzten Verzehrsstudien, durchgeführt in Bayern (2002/2003) und deutschlandweit (2005-2007), sind mittlerweile veraltet. Um einen detaillierten Überblick über den aktuellen Ernährungs- und Gesundheitszustand der bayerischen Bevölkerung zu erhalten und Handlungsempfehlungen für einen gesunden und nachhaltigen Lebensstil entwickeln zu können, sind aktuelle Daten im Rahmen der derzeitigen Lebensumstände erforderlich.

Ziele des Projekts

Ein Apfel und ein Maßband vor einer Waage

© Racle Fotodesign

„Was isst Bayern?“ wird über einen Zeitraum von drei Jahren (Januar 2020 bis Dezember 2022) durchgeführt. Die 3. Bayerische Ernährungsstudie ist eine Weiterentwicklung der vorherigen Verzehrsstudien und integriert neue Methoden sowie Techniken. Damit liefert sie qualitativ hochwertige und repräsentative Daten für ganz Bayern, sowie spezifisch für jeden Regierungsbezirk.
Ziel ist die Untersuchung der Ernährungsgewohnheiten, des Lebensmittelverzehrs, der Nährstoffzufuhr sowie des Gesundheitszustandes der bayerischen Bevölkerung. Zudem wird die Einstellung der bayerischen Bevölkerung zu Ernährung, Landwirtschaft sowie Themen wie Regionalität und Nachhaltigkeit beleuchtet. Aus den erhobenen Verzehrs- und Gesundheitsdaten leiten die Expertinnen und Experten mögliche Ernährungsrisiken sowie Handlungsempfehlungen für eine gesunde und nachhaltige Ernährung ab. Auf lange Sicht soll dadurch der Gesundheitszustand der Bevölkerung in Bayern erhalten beziehungsweise verbessert werden.

Projektziele in Kürze

  • Erfassung der aktuellen Ernährungsgewohnheiten der bayerischen Bevölkerung, genauer der Bayerinnen und Bayern zwischen 18 und 75 Jahren.
  • Ableitung des Lebensmittelverzehrs und der Nährstoffzufuhr
  • Einstellung der bayerischen Bevölkerung zur Herkunft von Lebensmitteln, zu Art und Umfang der Außer-Haus-Verpflegung sowie der Bereitschaft zu nachhaltigen Verhaltensänderungen im Bereich Ernährung und Bewegung.
  • Ableitung von Ernährungsrisiken und Handlungsempfehlungen für die bayerische Ernährungspolitik
  • Grundlage für die Messung wirksamer Lebensstilinterventionen in Bayern
  • Darstellung der Nachhaltigkeit des Ernährungsverhaltens der bayerischen Bevölkerung

Methodik

Die Stichprobe erfasst 1500 deutschsprachige in Bayern lebende Frauen und Männer zwischen 18 und 75 Jahren, davon 500 Teilnehmende in der Region Augsburg. Das Forschungsteam der LMU beobachtet, untersucht und befragt diese Teilgruppe langfristig mit der Zusatzstudie MEIA (Metabolismus, Ernährung und Immunsystem in Augsburg). Diese geht über die Studie „Was isst Bayern?“ hinaus, um so Effekte von möglichen Interventionen, sowie Veränderungen im Ernährungsverhalten und den damit verbundenen Auswirkungen auf den Gesundheitsstatus der Bevölkerung zu überprüfen.

Interviewerinnen und Interviewer der beteiligten Marktforschungsagentur Kantar befragen im Rahmen eines Gesprächs und eines Selbstausfüller-Fragebogens die Teilnehmenden unter anderem nach ihrem Außer-Haus-Verzehr, dem Bewegungsverhalten und deren Einstellungen gegenüber Landwirtschaft, Nachhaltigkeit, Regionalität sowie der Herkunft von Lebensmitteln. Darüber hinaus erhebt das Forscherteam anthropometrische und medizinische Daten sowie klinische Parameter (Blutglukosespiegel, HbA1c–Wert und Gesamtcholesterin). Die Ermittlung der Blutwerte erfolgt mittels Blutzuckermessgerät und der Dried-Blood-Spots Methode, wofür Probandinnen und Probanden selbstständig unter Anleitung der Interviewerinnen und Interviewer die benötigten Bluttropfen entnehmen.

Im weiteren Studienverlauf erfasst die Marktforschungsagentur telefonisch den tatsächlichen Lebensmittelverzehr des zurückliegenden Tages und zwar an drei zufällig ausgewählten Tagen. Dies erfolgt standardisiert mit der Software GloboDiet anhand 24-Stunden-Erinnerungsprotokollen. Im Studienzentrum Augsburg führt das MEIA-Team darüber hinaus an der regionalen Teilgruppe weitere Befragungen und Untersuchungen durch, um Zusammenhänge zwischen der Ernährung, Lebensstil und Umwelteinflüssen mit dem Immunsystem und ernährungsbedingten Krankheiten herstellen zu können.
Projektinformation
Projektkoordination: Monika Forster
Laufzeit: 01.01.2020 – 31.12.2022
Gefördert durch: StMELF
Förderkennzeichen/ Fördernummer: A/19/15

Projektpartner

Beteiligte Marktforschungsagentur
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